Sonderausstellungen
"Das Rückert- (Kreis-) Denkmal"

Ab 30. März 2025 zeigt eine Ausstellung im Foyer des Jagdschlosses den knapp einjährigen Entstehungsprozess des Denkmals im ersten Jahr des Rückert-Kreises. Ergänzend wird im Frühjahr eine Mappe mit Aufsätzen und Zeitungsartikeln im Heimatmuseum ausliegen.
Erkunden Sie auch das Rückert-Denkmal an seinem Standort. Vergleichen Sie das Altstadt-Relief und die von diesem Punkt sichtbaren Bauwerke. Und welche Kreisornamente gleichen sich - oder doch nicht?
Oder folgen Sie dem Rückertweg vom Schloßplatz - Flyer im Foyer des Jagdschlosses - und an der Stadtmauer entlang bis zum Rückert-Denkmal.
Am 18.5.2025 fand im Rahmen der Coburger Rückert-Tage ein Rundgang in Bad Rodach statt. Hier finden Sie Informationen zu diesem Rundgang.
Seit 1977 steht das Rodacher Rückert-Denkmal an der Ecke Lempertshäuser Straße / Rückertstraße, am oberen Eingang zum Schloßplatz - als vertrautes Element des öffentlichen Raumes manchmal kaum wahrgenommen oder auch mit Erstaunen betrachtet: (Halb)Kreise in der Grundform aus Beton und kreisförmige Ornamente aus Steinzeug, aber eben kein Rückert-Porträt.
Mit der Gründung des Rückertkreises am 1. April 1976 setzten die ersten Schritte zur Errichtung eines Denkmals ein. Schnell ging es um Fragen der Konzeption, der Gestaltung, des Standortes, der Finanzierung. Den gestalterischen Prozess leiten sollten die folgenden Aspekte, die der Rückert-Kreis ausformulierte:
- "Friedrich Rückert ist als Dichter und Gelehrter der orientalischen Sprachen zu würdigen (Heimatverwurzelung - Weltoffenheit)
- Seine Verbundenheit mit Rodach ist zentrales Gestaltungsmotiv.
- Rückerts Geisteshaltung ist gekennzeichnet durch seinen Glauben an die Einheit alles Geistigen über die jeweiligen Kulturen hinweg, durch seine gemütvolle Hinwendung zur Natur als Gottes Schöpfung, durch das Bemühen, die Disharmonie der Welt praktisch aufzulösen durch vernünftige Bescheidung.
Weiterhin war die Einbeziehung "bodenständiger, kunsthandwerklicher Technik" vorgesehen und das Denkmal sollte zur "Pflege der heimatgeschichtlichen Tradition und der Ortsverschönerung" beitragen.
(Egbert Friedrich, "Gisela Gerharz-Zöller. Eine Künstlerin mit dem Retholz". In: E.F. , Friedrich Rückert und Rodach. Zur Denkmalsenthüllung am 27. März 1977 mit Festvortrag von Prof. Dr. Helmut Prang. (=Schriften des Rodacher Rückert-Kreises, Heft 2) S. 38.)
Gisela Gerharz-Zöller, Kunstkeramikerin und zu jener Zeit Leiterin des Grafica-Studios des Annawerks in Rödental, nahm diese Aspekte auf und gestaltete mit traditioneller Westerwälder Dekorationstechnik mit dem Retholz bzw. dem Knibisholz nicht nur die kreisförmigen Ornamente, sondern auch die Inschriften und Zeichnungen auf der Mittelsäule.
Dem "Denkmal einer Freundschaft" - der "Idylle Rodach", im Sommer 1814 am Ende eines Besuchs bei dem Superintendenten und väterlichen Freund Christian Hohnbaum im Rodacher Pfarrhaus verfasst, ist eine Seite der Skulptur gewidmet. Sie zeigt auch markante Bauten, die zu eimen Relief der Rodacher Altstadt verbunden sind. Den Dichter und Orientalisten Rückert betont die andere Seite der Skulptur: die Göttin Sarasvati als Figur im Zentrum über der Inschrift "Die Weisheit des Brahmanen", Titel seines umfangreichen Lehrgedichts.
Dieses Denkmal erinnert nun auch an die Entstehung des Rückert-Kreises und die vielfältigen Projekte, die in den fast 50 Jahren seit seiner Gründung diskutiert, geplant und realisiert wurden. Es ist ein Angebot, auf die Entstehungszeit und diese fast 50 Jahre zurückzuschauen und dies mit dem Blick auf heutige Gestaltungswünsche und Projekte zu verbinden.
