Archiv: Sonderausstellungen
Ein Service und viele Dekore. Max Roesler 155 "Köln"
1. Juni -2. November 2025

Zur Frühjahrsmesse 1932 in Leipzig wird das Service 155 „Köln“ mit Spritzdekor angeboten, entworfen von Wolfgang Kreidl (1906-1972), der ab 1929 bei Roesler in Darmstadt tätig war und ab 1931 bis 1934 die Modellabteilung in Rodach leitete.
In den folgenden Jahren wird dieses Kaffee- und Teeservice mit unterschiedlichen Glasuren und Dekoren produziert; unterschiedliche Dekortechniken werden eingesetzt.
Beliebt unter den Dekoren auf gelbem Grund: „Mignon“, hergestellt ab 1934.
Und das Geschenk der Stadt Rodach zur Hochzeit 1932 von Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg und Gotha mit Prinz Gustav Adolf, Erbprinz von Schweden: das Service 155 „Köln“ mit coburgisch-schwedischem Wappen.


Die Sonderausstellung zeigte 18 Dekore und vielfältige Dekortechniken in einer Zusammenschau aus der Zeit Anfang der 30er Jahre bis Anfang der 40er Jahre.
Herrn Rolf Hinderk Peters danken wir für die fachliche Beratung, ebenso für die Leihgaben S. Graßmuck, R.H. Peters, J.-E. Reith, G. Baumann.
Das Rückert- (Kreis-) Denkmal in Bad Rodach
30.3.-30.11.2025

Vom 30. März bis 30. November 2025 zeigte eine Ausstellung im Foyer des Jagdschlosses den knapp einjährigen Entstehungsprozess des Rückert-Denkmals im ersten Jahr des Rückert-Kreises.
Die Ausstellung ludt das Publikum ein, das Rückert-Denkmal an seinem Standort zu erkunden. Was ergibt ein Vergleich des Altstadt-Reliefs und der von diesem Punkt aus sichtbaren Bauwerke? Welche Kreisornamente gleichen sich - oder doch nicht?
Seit 1977 steht das Rodacher Rückert-Denkmal an der Ecke Lempertshäuser Straße / Rückertstraße, am oberen Eingang zum Schloßplatz - als vertrautes Element des öffentlichen Raumes manchmal kaum wahrgenommen oder auch mit Erstaunen betrachtet: (Halb)Kreise in der Grundform aus Beton und kreisförmige Ornamente aus Steinzeug, aber eben kein Rückert-Porträt.
Mit der Gründung des Rückertkreises am 1. April 1976 setzten die ersten Schritte zur Errichtung eines Denkmals ein. Schnell ging es um Fragen der Konzeption, der Gestaltung, des Standortes, der Finanzierung. Den gestalterischen Prozess leiten sollten die folgenden Aspekte, die der Rückert-Kreis ausformulierte:
"Friedrich Rückert ist als Dichter und Gelehrter der orientalischen Sprachen zu würdigen (Heimatverwurzelung - Weltoffenheit). Seine Verbundenheit mit Rodach ist zentrales Gestaltungsmotiv.
Rückerts Geisteshaltung ist gekennzeichnet durch seinen Glauben an die Einheit alles Geistigen über die jeweiligen Kulturen hinweg, durch seine gemütvolle Hinwendung zur Natur als Gottes Schöpfung, durch das Bemühen, die Disharmonie der Welt praktisch aufzulösen durch vernünftige Bescheidung.
Weiterhin war die Einbeziehung "bodenständiger, kunsthandwerklicher Technik" vorgesehen und das Denkmal sollte zur "Pflege der heimatgeschichtlichen Tradition und der Ortsverschönerung" beitragen.
(Egbert Friedrich, "Gisela Gerharz-Zöller. Eine Künstlerin mit dem Retholz". In: E.F. , Friedrich Rückert und Rodach. Zur Denkmalsenthüllung am 27. März 1977 mit Festvortrag von Prof. Dr. Helmut Prang. (=Schriften des Rodacher Rückert-Kreises, Heft 2) S. 38.)
Gisela Gerharz-Zöller, Kunstkeramikerin und zu jener Zeit Leiterin des Grafica-Studios des Annawerks in Rödental, nahm diese Aspekte auf und gestaltete mit traditioneller Westerwälder Dekorationstechnik mit dem Retholz bzw. dem Knibisholz nicht nur die kreisförmigen Ornamente, sondern auch die Inschriften und Zeichnungen auf der Mittelsäule.
Dem in Gedichtform gefassten "Denkmal einer Freundschaft" - der "Idylle Rodach", im Sommer 1814 am Ende eines Besuchs bei dem Superintendenten und väterlichen Freund Christian Hohnbaum im Rodacher Pfarrhaus verfasst, ist eine Seite der Skulptur gewidmet. Sie zeigt auch markante Bauten, die zu eimen Relief der Rodacher Altstadt verbunden sind. Den Dichter und Orientalisten Rückert betont die andere Seite der Skulptur: die Göttin Sarasvati als Figur im Zentrum über der Inschrift "Die Weisheit des Brahmanen", Titel seines umfangreichen Lehrgedichts.
Dieses Denkmal erinnert nun auch an die Entstehung des Rückert-Kreises und die vielfältigen Projekte, die in den fast 50 Jahren seit seiner Gründung diskutiert, geplant und realisiert wurden. Es ist ein Angebot, auf die Entstehungszeit und diese fast 50 Jahre zurückzuschauen und dies mit dem Blick auf heutige Gestaltungswünsche und Projekte zu verbinden.

Regionale Museumsnacht 18.10.2025: Immer wieder, auch mal anders - Dinge lange und anders nutzen
Nachhaltigkeit im Museum hat viele Seiten.
Auch ein Punkt beim Ausstellen - in der Dauerausstellung und den Sonderausstellungen:
Materialien und Mobiliar versuchen wir möglichst wiederzuverwenden, zu reparieren und auch anders zu nutzen.
Sprechblasen in den Museumsräumen geben darüber Auskunft.
Die Sonderausstellung in Raum 2 gibt weitere Beispiele dafür, wie Dinge lange gebraucht, repariert und anders genutzt werden und wurden.
April - Mai 2025 Sonderausstellung:
"Augenblicke" - Porträtaufnahmen von Norbert Wimmer

Der Rückertkreis Bad Rodach e.V. zeigte im Foyer des Jagdschlosses vom 30. März bis zum 18. Mai 2025 "Augenblicke" - Porträtaufnahmen von Norbert Wimmer, entstanden in den Jahren 1991 bis 2010. Das Publikumsinteresse war groß und eine spätere Fortsetzung mit weiteren Porträtaufnahmen ist geplant.
Norbert Wimmer ist vielen bekannt als früherer Leiter des ehemaligen Forstreviers Bad Rodach und vielseitiger Naturfotograf. Die Bildbände „Rodach – eine Naturidylle in Franken“ (1998) und „Wälder, Wiesen & Auen“ (2017) zeigen seinen Blick auf die Natur um Bad Rodach.
November 2024 - Februar 2025
Sonderausstellung: Stövchen - von Max Roesler bis heute

In vielen Haushalten dienen – auch in Zeiten von Isolierkannen und Kaffemaschinen –Stövchen zum Warmhalten von Tee oder Kaffee in einer Tee- oder Kaffeekanne. Als Untersatz mit Wärmequelle sind sie ein Mitglied der Familie der Réchauds, die mit ihren Vorläufern eine lange Geschichte als Geräte zum Warmhalten und auch Erhitzen von Speisen und Getränken haben.
Mit der Entwicklung der Tee- und Kaffeekultur in Europa finden sich unterschiedliche Formen, Materialien (z.B. Silber, Porzellan, Steingut, Gusseisen) und Wärmequellen. Bei den Stövchen setzte sich das „Teelicht“ als Wärmequelle durch.
Unter den Erzeugnissen der Max Roesler Feinsteingutfabrik in Rodach (1895-1943) sind Stövchen erst in den 1930er Jahren vertreten, dann aber sehr variantenreich. vor allem bei der Gestaltung der Seitenwände – von traditionsreichem Flechtwerk und Durchbrucharbeiten bis zur plastischen Gestaltung als Elefant. Einen großen Teil der Stövchen aus dem Prospekt „Gifts“ (Geschenke) von 1937 zeigten wir in der Ausstellung im Foyer des Jagdschlosses und in den Räumen des Heimatmuseums.
Die „Roesler-Stövchen“ in der Sammlung des Heimatmuseums wurden ergänzt durch Leihgaben, auch aus dem späten 20. und aus dem 21. Jahrhundert. Zwei der Roesler-Stövchen waren auch im Heimatmuseum in einer Tastbox versteckt.









